seit 1996

eine europaweit einmalige Idee…

 

30 Jahre Krakauer Haus Nürnberg – ein Jubiläum zweier Städte

 

Seit drei Jahrzehnten ist das Krakauer Haus in Nürnberg ein lebendiger Ort des kulturellen Austauschs zwischen Nürnberg und Krakau. Das Jubiläum ist nicht nur Anlass zum Rückblick auf die Geschichte einer besonderen Kulturinstitution, sondern auch auf ein europaweit nahezu einzigartiges Modell kommunaler Zusammenarbeit.

Mitte der 1990er Jahre wurden das Krakauer Haus in Nürnberg und das Nürnberger Haus in Krakau nahezu zeitgleich gegründet. Ihre Entstehung fiel in eine Phase des politischen und gesellschaftlichen Aufbruchs nach dem Ende des Kalten Krieges, in der neue Formen des deutsch-polnischen Dialogs und der europäischen Kooperation entstanden. Bis heute sind die beiden Häuser ein seltenes Beispiel dafür, dass Städte eigene kulturelle Einrichtungen im Ausland betreiben – gewissermaßen als „kulturelle Zwillinge“ zwischen zwei Ländern.

Beide Institutionen verfolgen eine gemeinsame Mission: die Kultur der jeweiligen Partnerstadt sichtbar zu machen, den kulturellen Austausch zu fördern, gegenseitiges Verständnis zu vertiefen und Stereotype abzubauen. So bringt das Krakauer Haus seit 30 Jahren Krakau nach Nürnberg, während das Nürnberger Haus die Nürnberger Kultur in Krakau präsentiert.

Trotz dieser gemeinsamen Grundlage entwickeln beide Häuser eigenständige Programme, die auf ihre jeweiligen gesellschaftlichen Kontexte reagieren. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Parallelen in den künstlerischen und kulturellen Fragestellungen: Themen wie Identität, Erinnerung, Migration, gesellschaftlicher Zusammenhalt oder ökologische Verantwortung werden in beiden Städten gleichermaßen verhandelt.

Das Krakauer Haus versteht sich heute als Plattform für zeitgenössische Kunst, Musik und Literatur. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung junger Künstlerinnen und Künstler sowie auf der Präsentation aktueller Entwicklungen der polnischen Kulturszene. Gleichzeitig werden dem Nürnberger Publikum etablierte Positionen mit internationaler Ausstrahlung vorgestellt.

In den letzten Jahren hat sich das Programm zunehmend interdisziplinären und experimentellen Formaten geöffnet. Bildende Kunst, Performance, Musik, Literatur, Comic, Animation und neue Medien treten dabei in einen kontinuierlichen Dialog miteinander.

Aktuell wird das Programm von Kasia Prusik-Lutz kuratiert, die bestehende Schwerpunkte weiterentwickelt und neue künstlerische Perspektiven in das Haus einbringt.

Auch die Zukunft des Krakauer Hauses steht im Zeichen des Austauschs: Nach erfolgreichen Residenzprojekten sind weitere Kooperationen in Planung, darunter eine gemeinsame Literaturresidenz. Als UNESCO City of Literature verfügt Krakau über ein besonders reiches literarisches Umfeld, das neue Impulse für die Zusammenarbeit mit Nürnberg eröffnet.

Das Jubiläumsjahr bietet die Gelegenheit, auf drei Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit zurückzublicken und zugleich neue Perspektiven zu eröffnen. Mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Performances und Projekten im öffentlichen Raum bleibt das Krakauer Haus ein dynamischer Ort des Dialogs zwischen beiden Städten.

Im Rahmen des Jubiläumsprogramms stehen insbesondere zeitgenössische und experimentelle Positionen im Fokus – unter anderem im Rahmen des Art Weekends mit Beiträgen aus den Bereichen Animation, Musik und Performance aus Krakau.

 20 Jubiläum

 30 Jubiläum

Schlafendes Nashorn, Dorota Hadrian, 2016

eroeffnungDN
previous arrow
next arrow

Eröffnung des Nürnberger Hauses in Krakau mit OBM Ludwig Scholz, Alt-OBM Dr. Peter Schönlein, Präsident Jozef Lassota.
Foto: Wieslaw Majka