{"id":2691,"date":"2019-01-30T01:19:33","date_gmt":"2019-01-30T00:19:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krakauer-haus.de\/?post_type=tribe_events&#038;p=2691"},"modified":"2020-02-05T13:28:15","modified_gmt":"2020-02-05T12:28:15","slug":"krakers-roza-duda-und-michal-soja-ausstellung","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/event\/krakers-roza-duda-und-michal-soja-ausstellung\/","title":{"rendered":"KRAKERS: R\u00f3\u017ca Duda und Micha\u0142 Soja \/ 18 Uhr Vernissage"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22&#8243; custom_padding=&#8220;0|0px|0px|0px|false|false&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][et_pb_row custom_padding=&#8220;0|0px|19px|0px|false|false&#8220; _builder_version=&#8220;3.25&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.19.1&#8243; locked=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: small;\">\u00a9\u00a0<\/span>R\u00f3\u017ca Duda\/Micha\u0142 Soja<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.25&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;2694,3322,3310,3311,2710,3323&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.3&#8243; title_level=&#8220;h6&#8243;][\/et_pb_gallery][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.26.3&#8243; text_font=&#8220;||||||||&#8220; header_font=&#8220;||||||||&#8220;]<\/p>\n<p>Foto: Kat Pfeiffer<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;3454,3455,3456,3457,3458,3459,3460,3461,3462,3463,3464,3465,3466,3467,3468,3469&#8243; posts_number=&#8220;16&#8243; show_title_and_caption=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.20.2&#8243;][\/et_pb_gallery][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.26.3&#8243;]<\/p>\n<h4><strong>12. APRIL | 18:00 UHR<\/strong><\/h4>\n<h4>\u00a0<\/h4>\n<p><strong>12.04.<span style=\"color: #f700da;\"> 18 Uhr Vernissage mit F\u00fchrung<\/span>, <\/strong>Ausstellngs\u00f6ffnungszeiten: 18-22 Uhr\u00a0<strong><br \/><\/strong><strong>13.04. <span style=\"color: #f700da;\">18 Uhr Kuratorinnenf\u00fchrung<\/span>,<\/strong>\u00a0Ausstellngs\u00f6ffnungszeiten: 16-22 Uhr\u00a0<strong><br \/>14.04. <span style=\"color: #f700da;\">12 Uhr Brunch mit den K\u00fcnstlern<\/span>,\u00a0<\/strong>Ausstellngs\u00f6ffnungszeiten: 12-18 Uhr<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>KRAKERS 2019 \u2013 Zauberberg<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Krakers<\/strong>, das <strong>Cracow Gallery Weekend<\/strong>, ist ein feststehender Termin im Kulturkalender der Stadt Krakau. Zusammen mit den Ideengebern und Organisatoren des Kunstwochenendes, Marcin Golebiewski und Malgorzata Golebiowska, veranstaltet das Krakauer Haus einen Ableger von Krakers in N\u00fcrnberg und wird somit Teil des sehr bekannten und beliebten Krakauer Events, dessen Energie sich in N\u00fcrnberg entfalten wird.<br \/>Das Thema der diesj\u00e4hrigen Ausgabe von Krakers ist \u201eSkok\u201c (poln. f\u00fcr \u201eSprung&#8220;) \u2013 passend zum Sprung des Kunstwochenendes \u00fcber deutsch-polnische Grenze! Das junge, vielversprechende polnische Kunst-Duo <span style=\"color: #f000f4;\"><strong>R\u00f3\u017ca Duda <\/strong><\/span>und <span style=\"color: #f000f4;\"><strong>Micha\u0142 Soja<\/strong><\/span>, beide Absolventen der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Krakau, wir sein Projekt\u00a0<strong>Zauberberg\u00a0<\/strong>pr\u00e4sentieren. <strong>Zauberberg\u00a0<\/strong>ist ein Projekt der beiden K\u00fcnstler f\u00fcr das Krakauer Haus und findet zeitgleich auch im Rahmen der Cracow Art Week statt. F\u00fcr die Einwohner N\u00fcrnbergs wird es nicht nur die Gelegenheit sein &#8211; wenn auch nur auf symbolische Art &#8211; am Krakauer Event teilzunehmen. Zudem ergibt sich die Gelegenheit, dem Schaffen des vielfach national und international ausgezeichneten K\u00fcnstlerduos zum ersten Mal zu begegnen. Im Rahmen der Ausstellung werden neue wie auch \u00e4ltere Arbeiten gezeigt, die f\u00fcr ein paar Tage das Krakauer Haus in einen Raum jenseits von Zeit und Raum &#8211; \u00e4hnlich dem Internet \u2013 verwandeln.<\/p>\n<p>In ihrem k\u00fcnstlerischen Schaffen konstruieren die beiden K\u00fcnstler sehr bewusst einen Menschen der Gegenwart, f\u00fcr den die Zukunft und die Vergangenheit nicht existieren, sondern sich in einen Strom von Ereignissen verwandeln, die hier und jetzt erlebbar sind. Die K\u00fcnstler interessieren sich f\u00fcr die \u00fcber allen individuellen W\u00fcnschen und Tr\u00e4umen schwebende Subjektivit\u00e4t und das Streben nach kompletter Autarkie als Gegenpol zur kollektiven Koexistenz und Abh\u00e4ngigkeit zum Verh\u00e4ltnis von Macht und St\u00e4rke. Diese Identit\u00e4t ist f\u00fcr sie ein aus verschiedenen \u00a0&#8211; oft miteinander im Widerspruch stehenden &#8211; Bestandteilen der globalisierten Welt aufgebautes Konstrukt ohne universelles Muster.<\/p>\n<p>Die Arbeiten der K\u00fcnstler greifen die komplizierte und vieldeutige Kondition unserer Wirklichkeit auf, in der die Gegenwart nichts weiter ist, als die st\u00e4ndige Modifikation und Umprogrammierung vergangener Ereignisse.<\/p>\n<p>Man darf sich auf ein spannendes Kunstprojekt freuen, das das gesamte Krakauer Haus und auch seine Besucher ein Wochenende lang aus dem festen Rahmen von Raum und Zeit l\u00f6st!<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit mit dem Cracow Gallery Weekend erm\u00f6glicht Krakers den Sprung aus der Krakauer Umgebung hin zum N\u00fcrnberger Publikum, und somit auch den Sprung \u00fcber festgelegte territoriale Grenzen hinweg.<\/p>\n<p>Kuratiert wird die Ausstellung von <span style=\"color: #f000f4;\"><strong>Paulina Olszewska<\/strong><\/span>und <strong>Kasia Prusik-Lutz<\/strong>. Paulina Olszewska war bereits im letzten Jahr in als Kuratorin und Ideengeberin von 24h t\u00e4tig \u2013 einer \u00fcberw\u00e4ltigend erfolgreichen Kunstaktion, bei der das gesamte Krakauer Haus von deutschen und polnischen K\u00fcnstlern besetzt wurde.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Fotografen: R\u00f3\u017ca Duda\/Micha\u0142 Soja<br \/>Kuratorinnen: Paulina Olszewska \/ Kasia Prusik-Lutz<br \/>Veranstalter: Kulturzentrum Krakauer Haus<br \/>Kooperation: <a href=\"https:\/\/cracowartweek.pl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Krakers<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #319cde;\"><strong>Krakers<\/strong>, das <strong>Cracow Gallery Weekend<\/strong>, ist ein feststehender Termin im Kulturkalender der Stadt Krakau. Zusammen mit den Ideengebern und Organisatoren des Kunstwochenendes, Marcin Golebiewski und Malgorzata Golebiowska, veranstaltet das Krakauer Haus einen Ableger von Krakers in N\u00fcrnberg und wird somit Teil des sehr bekannten und beliebten Krakauer Events, dessen Energie sich in N\u00fcrnberg entfalten wird.<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.25&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.26.3&#8243; header_text_color=&#8220;#8300e9&#8243; border_radii=&#8220;on|1px|1px|1px|1px&#8220; border_color_all=&#8220;#8300e9&#8243;]<\/p>\n<h1><strong>INTERVIEW<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Paulina Olszewska:<\/strong> <em>Fangen wir von vorne an: Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?<\/em><\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Am Anfang haben wir uns sehr viel gegenseitig bei der Realisierung unserer weniger komplizierten und technisch einfacheren Projekte geholfen. Wir stellten fest, dass diese Art der Arbeit uns sehr entgegen kommt. Unsere weiteren Projekte profitierten sehr von unseren Gespr\u00e4chen und dem Austausch der Ideen. So stellten wir eines Tages fest, dass unsere sporadische Zusammenarbeit im Laufe eines nat\u00fcrlichen Prozesses zu einer \u201eVollzeit-Zusammenarbeit\u201c wurde.<\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: Insgesamt ist unser erstes gro\u00dfes gemeinsames Werk der Film \u201eIch bin der Sohn eines Bergmannes\u201c, den wir im Rahmen der Ausstellung \u201eZauberberg\u201c im Krakauer Haus in N\u00fcrnberg pr\u00e4sentieren. Wie sind bestimmt noch kein voll ausgereiftes K\u00fcnstler-Duo, aber von der anderen Seite haben wir schon recht viel Erfahrung im gemeinsamen Arbeiten.<br \/>Das n\u00e4chste Filmprojekt werden wir ebenfalls gemeinsam realisieren, so kann man sagen, dass unsere Zusammenarbeit ganz gut l\u00e4uft.<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>: <em>Bedeutet das, dass auch jeder an eigenen Projekten arbeitet? <\/em><\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: Unsere Projekte haben ein derartiges Ausma\u00df angenommen, dass so wirklich f\u00fcr eine individuelle T\u00e4tigkeit keine Zeit mehr bleibt. Ich habe in der Zwischenzeit versucht an etwas eigenem zu arbeiten, habe dies aber nicht beendet und konnte einfach das individuelle Arbeiten nicht mit der Arbeit im Duett vereinbaren.<\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Mir f\u00e4llt es schwer, es mir vorzustellen, dass jeder f\u00fcr sich arbeitet. Unsere gesamte Aufmerksamkeit widmen wir dem f\u00fcr uns Allerwichtigsten, der gemeinsamen Arbeit. Und dann kommt auch schon das n\u00e4chste Projekt und es ist keine Zeit f\u00fcr eigene Projekte nebenbei. Ich habe ein paar kleinere Projekte nebenbei geschafft, aber ich bin zufriedener mit den Arbeiten, die wir gemeinsam schaffen. Ich habe den Eindruck, dass diese, die in einem l\u00e4ngeren Prozess entstanden sind, die Ergebnisse unserer Gespr\u00e4che und Gedanken sind und wertvoller sind. Ich bin der Meinung, dass die Arbeit mit Michal f\u00fcr mich einen h\u00f6heren Sinn hat. Im organischen Sinne w\u00e4chst sie mit uns, mit dem was wir lesen und mit dem wir uns umgeben, \u00fcber was wir nachdenken und \u00fcber was wir diskutieren.<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>: <em>Wie sieht der Prozess eurer Arbeit aus?<\/em><\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: Ich sehe es als gemeinsames \u201eGehirn-Gewitter\u201c. Die Blitze kommen aus verschiedenen Richtungen und wir haben keine fest zugewiesenen Rollen, die unsere Aufgabenbereiche definieren. Und das sieht man, so denke ich, in unseren Arbeiten. Sie sind ges\u00e4ttigt, ja \u00fcbers\u00e4ttigt mit verschiedenen Themen. So, als w\u00fcrden zwei Personen eine gegebene Idee st\u00e4ndig mit ihren eigenen \u00dcberlegungen bombardieren. Unsere Arbeiten sind sehr dicht, vielleicht gerade deswegen, weil wir zu zweit an ihnen gearbeitet haben.<\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Manchmal kommen wir nicht ohne Streit aus, weil wir beide der Meinung sind, dass eine Idee von mir oder von Michal stammt. Die Grenzen, welche Idee von wem ist, verschwimmen und wir haben keine eindeutige individuelle Autorenschaft. Auf der anderen Seite w\u00e4re keine unserer Arbeiten entstanden, wenn wir sie einzeln gemacht h\u00e4tten. Dabei\u00a0 geht es noch nicht einmal um technische Fragen, sondern um die intellektuellen. Szenische Elemente unserer Projekte entstehen ebenfalls gemeinsam und werden nicht als einzelne Werke betrachtet. Uns liegt sehr viel daran, ein Gesamt-Arrangement unserer Arbeiten zu schaffen, um dieses im Inneren einer Galerie komfortabel zu pr\u00e4sentieren, damit es eine originelle Art der Rezeption erh\u00e4lt. So wie es im Krakauer Haus sein wird.<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>: <em>Woher kam die Idee zu \u201eIch bin der Sohn eines Bergmannes\u201c, dem Projekt, das ihr im April in N\u00fcrnberg zeigen werdet?<\/em><\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: Die Idee kam von R\u00f3za, die auf die Ermittlungen zu einem Verbrechen aufmerksam wurde. \u00dcber neun Jahre waren im Fluss Wisla Leichname verborgen und so haben uns die konservierenden Eigenschaften des Wassers beeindruckt.<\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Daher entstand die Idee, ein Flussbett mit Objekten zu versehen, die das Wasser konserviert und von denen man paradoxerweise sagen kann, dass das Wasser sie am Leben h\u00e4lt. Als n\u00e4chstes tauchte die Idee eines \u00fcberschwemmten Bergwerks auf und so entwickelte sich das Projekt auf eine selbst f\u00fcr uns unerwartete Art und Weise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>: <em>Wie konkret? Entstand die Arbeit als Zusammenschluss verschiedener Elemente oder hattet ihr das Konzept eines koh\u00e4renten Narrativs im Sinn?<\/em><\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Wir lasen in dieser Zeit B\u00fccher von Zygmunt Bauman und dachten viel \u00fcber das Konzept einer fluiden modernen Zeit nach. Dies hatte Einfluss auf die Gestaltung der Idee und der Art, auf die wir verschiedene Inhalte miteinander verbanden. Beim Besuch der Documenta in Athen fand ich ein Hotel, das in unsere Arbeit Eingang fand. Alle Elemente unseres Filmes verbindet die Gemeinsamkeit, dass sie in der Entropie, in der Tr\u00e4gheit verortet sind. Sie sind das Ergebnis einer aggressiven Akkumulation.<\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: \u2026oder der Nebenprozess einer Anh\u00e4ufung des Kapitals (?) Es ging uns au\u00dferdem um die Ver\u00e4nderungen in Verbindung mit der technologischen Entwicklung, dem kollektiven Ged\u00e4chtnis, dessen Identit\u00e4t. Die H\u00f6hle\/der Bergwerksstollen erschien uns als grundlegendes Bild, um \u00fcber dieses Thema nachzudenken. So taucht auch das platonische Motiv der Welt der Ideen auf. Es handelt sich nat\u00fcrlich um das Thema der technologischen Entwicklung und seiner Verhaftung in diesem Falle im Medium Wasser.<\/p>\n<p>Es taucht ebenfalls die Transformation der Wirklichkeit durch das Anwenden verschiedener Medien auf sowie das Versehen dieser Wirklichkeit mit neuen Bedeutungen. Die Wirklichkeit ist fantasmagorisch, imaginativ, gef\u00fcllt mit W\u00fcnschen und Sehns\u00fcchten, die untrennbar mit dem in Informationsnetze eingetauchten Sein sind, mit Fake News und alternativen Sichtweisen auf die Geschichte. Die Intensivierung dieser Ph\u00e4nomene beobachten wir nicht nur in Polen, sondern auch in Europa und auf der ganzen Welt. Als wir am Film arbeiteten, wurde gerade Donald Trump zum Pr\u00e4sidenten der USA gew\u00e4hlt und so war es eine Zeit beunruhigender Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Der Held unseres Films ist jeder Zuschauer. Dieser unternimmt eine Wanderung durch all die ruinierten Orte. Er vergleicht sich mit dem Erbe der Vergangenheit: Der Moderne und vielleicht sogar der Post-Moderne. Daher kommt auch der Titel des Films, der absurd erscheint.<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>: <em>Woher genau kommt der Titel? <\/em><\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Das ist der Titel des Bildes eines Bildes im Geist des sozialistisch-realistischen K\u00fcnstlers Derren. Wir erfuhren von ihm durch das Buch \u201eK\u00fcnstliche H\u00f6llen. Partizipierende Kunst und die Politik des Publikums\u201c\u00a0 von\u00a0 Claire Bishop (Original-Titel: Artificial Hells), in dem er zitiert wird. Diese Arbeit wurde durch den britischen K\u00fcnstler Jerremy Deller in seinem Projekt \u201eThe Battle of Orgreave Archive (An Injury to one is an Injury to All)\u201c verwendet, in dem er die K\u00e4mpfe in Orgreave thematisiert. Es handelt sich um sehr drastische Zusammenst\u00f6\u00dfe von Bergleuten mit Polizisten im Jahr 1984. Deller pr\u00e4sentierte in der Tate Modern ein von ihm geschaffenes Archiv dieses Streiks, in dessen Rahmen \u201eunser\u201c Bild pr\u00e4sentiert wurde.<\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: Mit Blick auf den Inhalt bezieht er sich auf die postindustrielle Realit\u00e4t. Dieser Sohn eines Bergarbeiters ist auf andere Art in die \u00f6konomischen Zusammenh\u00e4nge verstrickt. Er geh\u00f6rt nicht mehr zur Klassengesellschaft, sondern ist Teil der globalen Welt, in der er sich bewegt. Seine Wirklichkeit ist viel verzerrter. Die Dinge sind nicht mehr klar und eindeutig, die Wirklichkeit ist voller T\u00e4uschungen und Projektionen, manipulierter Informationen. Er funktioniert innerhalb einer Informations-Gesellschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>: <em>Euren Film betrachtend, hat man den Eindruck, dass er viele unterschiedliche zeitliche Perspektiven einnimmt. Durch die Gegenw\u00e4rtigkeit des Films, die in gewissem Sinne unsere Zukunft ist, betritt man in die Vergangenheit. Gleichzeitig hat die Gegenwart einen stark postapokalyptischen Charakter. Kann man das Narrativ so verstehen? <\/em><\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Im Arbeitsprozess an diesem Projekt habe ich an eine postapokalyptische Landschaft gedacht. Ich habe mir \u00fcberlegt, wie diese wohl aussehen k\u00f6nnte. Sp\u00e4ter entwickelten sich diese Bedeutungen noch weiter. Aber im Sinne der reinen Interpretation sind Michal und ich m\u00f6glicherweise unterschiedlicher Meinung.<\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: Ich habe mich nicht auf postapokalyptische Interpretationen konzentriert. F\u00fcr mich sind es st\u00e4ndige Erzeugnisse eines\u00a0 heruntergekommenen Geistes, der nach Fortschritt und stetiger Weiterentwicklung sucht. Wie zu einem gewissen Teil der Geist der Zivilisation, der nach mehr sucht. Auf seiner Reise gelangt er in futuristische Korridore, trifft absurde Gegenst\u00e4nde und gelangt schlie\u00dflich an diesen paradiesischen, geschlossenen Ort, der mit optimistischen Inhalten ges\u00e4ttigt ist. Es ist ein m\u00f6glicher Weg des Bewusstseins.<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>:<em> K\u00f6nntet ihr eure Arbeit definieren? <\/em><\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: Es kommt mir zu fr\u00fch vor, um von irgendwelchen Definitionen zu sprechen. Zwei, drei Filme mehr und dann k\u00f6nnen wir dar\u00fcber nachdenken.<\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Zudem bem\u00fchen wir uns, nichts zu definieren. Wir denken uns keinen Namen f\u00fcr unser Duett aus und definieren auch nicht die Art der Zusammenarbeit. Derzeit arbeiten wir mit 3D-Grafik, aber wir sehen sie als Werkzeug um eine Geschichte zu erz\u00e4hlen und nicht zum Festlegen von Medium und Form an sich. Daf\u00fcr ist es noch nicht an der Zeit, das \u00fcberlassen wir den Kuratoren und Kritikern.<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>: <em>Zum Schluss: An welchem Projekt arbeitet ihr derzeit?<\/em><\/p>\n<p><strong>Micha<\/strong><strong>\u0142 Soja<\/strong>: Unser n\u00e4chstes Projekt lehnt sich an einer Geschichte aus einem Buch an, einer als Geschichte erz\u00e4hlten Biografie. Wir konzentrieren uns auf die Person des Polen Faustin Wirkus, der Bergmann war und in die USA auswanderte. Wirkus schaffte es in den 20er Jahren zu den Marines und nahm an der Besetzung Haitis teil \u2013 was jedoch wichtiger ist: Er wurde K\u00f6nig der Insel La Gonave, die in der N\u00e4he von Haiti liegt. Diese koloniale Geschichte zeigt, wie Wirkus in der Lage war, sich seiner ihm gegebenen Identit\u00e4t zu entledigen und eine neue anzunehmen. In ihm vereinen sich viele Identit\u00e4ten: Er war Pole, Amerikaner, Soldaten und am Ende ein auf der Insel von den anderen akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft.\u00a0 Er hinterlie\u00df das Buch \u201eThe White King of La Gonave\u201c, eine Biografie, die seine Geschichte erz\u00e4hlt. Wir sehen in dieser Pers\u00f6nlichkeit als Anlass, eine Geschichte zu schaffen, in der wir selbst sehr viel spekulieren. Die Arbeit erh\u00e4lt die Form eines filmischen Essays.<\/p>\n<p><strong>R\u00f3<\/strong><strong>\u017ca Duda<\/strong>: Wir denken, dass wir noch ein Jahr an diesem Projekt arbeiten werden und es 2020 pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Paulina Olszewska<\/strong>: <em>In diesem Fall dr\u00fccke ich die Daumen und warte auf das Ergebnis eurer Arbeit!<br \/>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcbersetzung: Katharina Uziel<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;2693&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; hover_icon=&#8220;%%40%%&#8220; admin_label=&#8220;Galerie&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.3&#8243;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Veranstalter: Kulturzentrum Krakauer Haus<\/p>\n<p>Eintritt: frei<\/p>\n<p>Reservierung \/ Info: kontakt@krakauer-haus.de<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2692,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_price":"","_stock":"","_tribe_ticket_header":"","_tribe_default_ticket_provider":"","_tribe_ticket_capacity":"0","_ticket_start_date":"","_ticket_end_date":"","_tribe_ticket_show_description":"","_tribe_ticket_show_not_going":false,"_tribe_ticket_use_global_stock":"","_tribe_ticket_global_stock_level":"","_global_stock_mode":"","_global_stock_cap":"","_tribe_rsvp_for_event":"","_tribe_ticket_going_count":"","_tribe_ticket_not_going_count":"","_tribe_tickets_list":"[]","_tribe_ticket_has_attendee_info_fields":false,"_tribe_events_status":"","_tribe_events_status_reason":"","footnotes":"","_tec_slr_enabled":"","_tec_slr_layout":""},"tags":[],"tribe_events_cat":[29,47],"class_list":["post-2691","tribe_events","type-tribe_events","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tribe_events_cat-ausstellung","tribe_events_cat-krakers-cracow-gallery-weekend","cat_ausstellung","cat_krakers-cracow-gallery-weekend"],"ticketed":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/2691","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/tribe_events"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2691"}],"version-history":[{"count":32,"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/2691\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4838,"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/2691\/revisions\/4838"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2691"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2691"},{"taxonomy":"tribe_events_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krakauer-haus.de\/kh-test\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events_cat?post=2691"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}