Im Jahr 2020 veränderte die Pandemie unsere Welt völlig unerwartet von einem Tag auf den anderen – ohne uns auch nur die Chance zu geben, Fragen zu stellen.
Sie sperrte uns in unsere vier Wände ein und zersetzte von Tag zu Tag mehr unser öffentliches und damit auch kulturelles Leben.
Den einen nahm sie die Möglichkeit, mit Kunst in Kontakt zu treten, andere wurden mit ihrer Kunst zuhause eingeschlossen und hatten keine Möglichkeit mehr, Betrachter mit ihren Werken zu konfrontieren.
Das Krakauer Haus verwaiste nur für eine Weile. Um die Begegnung von Kunstschaffenden, ihrem Werk und dem Publikum zu ermöglichen, haben wir zusammen mit unseren Korrespondenten das Projekt Krakauer (zu) Haus ins Leben gerufen.
Wir laden sie dazu ein, Krakauer Künstler in ihren Arbeitsstätten, Wohnungen und Wirkstätten zu besuchen.

 

KRAKAUER (ZU) HAUS

Mit der Kamera bei Krakauer Künstlern.

Eine Reihe von Videointerviews hinter den Kulissen der Krakauer Kulturszene 2020.

 

Eine Produktion im Auftrag des Krakauer Hauses, Nürnberg
Konzept und Koordination: Agata Kamińska, Kasia Prusik-Lutz
Konzept, Kamera, Schnitt, Ton: Dominik Stanisławski, Łukasz Ziomek
Übersetzung: Katharina Uziel

VOL 1.

TOMEK KRĘCICKI

TOMASZ KRĘCICKI
wurde 1990 in Żary geboren und kommt aus Kielce. Er lebt und arbeitet in Krakau. Er beschäftigt sich mit Malerei und Zeichnung und studierte an der Fakultät für Malerei der Akademie der Schönen Künste in Krakau und  an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. 2018 residierte er in der MeetFactory in Prag sowie bei LIA Spinnerei in Leipzig. Neben seinen Einzelausstellungen konnte man seine Werke bereits bei vielen Gemeinschaftsausstellungen in Polen, aber auch im Ausland sehen. Er war Preisträger des 3. Preises bei der Biennale für Malerei Bielska Jesień 2015, sowie Gewinner des Grand Prix des Wettbewerbs der Stiftung Grey House Szara Kamienica im Jahr 2018. Seit 2016 arbeitet er mit Karolina Jabłońską und Cyryl Polaczek in einem Künstlerkollektiv und in der Galerie Potencja zusammen. Mit diesem Kollektiv, sowie mit anderen Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Polen gibt er das Kunstmagazin „Łałok” heraus, das sowohl online als auch als Print-Magazin erhältlich ist.

Tomasz in Nürnberg

VOL 2.

OSKAR CENKIER

OSKAR CENKIER
Der Multiinstrumentalist und Komponist stammt aus Biecz in Polen, wo er im Alter von acht Jahren begann, Klavier zu spielen. 2012 zog es ihn nach Krakau und damit auf die wichtigsten Bühnen der polnischen alternativen Musikszene. Da seine langen, komplexen und sich entwickelnden progressiven Kompositionen von einem einzelnen Pianisten live nicht realisiert werden konnten, musste er einen anderen Weg finden, um deren schwer fassbaren Gefühlszusammenhang wiederzugeben. Seinen bis zu 20 Minuten langen Studiokompositionen, die oft gewaltige Wände gleichzeitigem Spiel von bis zu elf Klavieren enthalten, gibt er durch Zersetzung und Dekonstruktion ein neues Leben auf der Bühne. Ein echtes Erlebnis!

VOL 3.

AGATA KUS & NEAL CASSADY

AGATA KUS & NEAL CASSADY
Herausfordernd, wagemutig und höchst alternativ, das ist die Musik der jungen Krakauer Band NEAL CASSADY. Der Geist der Dead Kennedys, von The Clash und den Ramones weht, gepaart mit einer Portion Neo-Psychedelic und einer unverschämt lässigen Attitüde durch die Songs von Neal Cassady. Vorbild der Band ist der gleichnamige Vordenker und Lichtgestalt US-amerikanischen Beat-Szene. Die junge Band trat bereits bei vielen wichtigen Festivals in Polen auf. Eines der Highlights ist ihr Gig beim Jarocin Festiwal, dem Inbegriff polnischer Alternative-Kultur. Die Musiker sind der Kunst sehr zugetan und garnieren ihre Musik gerne mit Arbeiten aus den Reihen der jungen polnischen Kunstszene.
So kam die Kollaboration mit der ebenfalls aus Krakau stammenden Agata Kus zusammen
AGATA KUS, der aufgehende Stern der jungen polnischen Underground-Kunstszene. Ihre Arbeiten sind geprägt von der Gleichzeitigkeit verschiedener Narrative und Techniken innerhalb eines Werkes, was Raum für eine Vielfalt an Interpretationen lässt. Sie stellt Menschen, Tiere und Objekte in symbolhafter Manier dar. Ihre ausdrucksstarken, farbintensiven Werke beeindrucken und laden zur Reflexion ein. Das Resultat sind Kompositionen, zu denen jeder Betrachter seinen eigenen Zugang finden soll.