Alraune und Karfoffeln : Tomasz Kręcicki & Sebastian Tröger

Vernissage: 24.10.2020 , zwischen 14 und 19 Uhr
Ort: Kunstverein Kohlenhof, Grasersgasse 15/21, 90402 Nürnberg
Ausstellungsdauer: 24.10. bis 21.11. 2020
Kuratorin: Kasia Prusik-Lutz

Die Alraune ist, laut Literatur, eine Pflanze mit magischen Kräften, während die Kartoffel den Ruf des Gewöhnlichen und Provinziellen genießt.
Die Ausstellung nun ist eine Ausstellung einfacher Dinge, zum Beispiel solcher, wie man sie in der Küchenschublade, auf dem Schreibtisch oder vor der Haustür vorfindet. Es sind Bilder von Dingen und Situationen, die wir kennen, mit denen wir Erfahrungen und Assoziationen haben. Und doch können diese einfachen Motive magische Kräfte erhalten. Sie überzudimensionieren, sie aus dem Kontext zu lösen oder sie umzudrehen setzt Kräfte frei, die man ihnen im Alltagsgebrauch nicht zusprechen würde.

Sinn für Humor und die Distanzierung vom Gegenstand und seiner Geschichte, aber auch das bewusste Spiel mit dem Kontext, mit traditionellen Maltechniken und mit  der Kunstgeschichte selbst, verbinden beide Künstler miteinander. In ihren Werken laden sie, auf den ersten Blick einfach erscheinende, alltägliche Gegenstände mit neuen Bedeutungen auf. Sie spielen mit den gedanklichen Verknüpfungen und dem Wissen des Betrachters.

Im Altertum sprach man den duftenden Beeren der Alraune potenzsteigernde und fruchtbarkeitsverbesserunde Wirkungen zu. Die Bilder beider Künstler sollen eine ähnliche Kraft haben: Sie erwecken die Vorstellungskraft, lassen verschiedene Welten und scheinbar fremde Geschichten aufeinandertreffen und regen zur Neuinterpretation bekannter Alltagsobjekte an.

Hier muss hinzugefügt werden, dass Tomasz Kręcicki Mitglied einer Künstlergruppe namens „Potencja“ (Deutsch: Potenz) ist. Er gründete die Gruppe während seines Studiums an der Akademie der bildenden Künste mit zwei seiner Künstlerfreunde. Heute ist es die aktivste Künstlergruppe in Polen

Die performative Arbeit von Sebastian Tröger bewegt sich in der Welt heidnischer Rituale und der Magie. In seiner Malerei währenddessen bedient er sich rationalerer Mittel. Und in allem kann man ein Körnchen Ironie spüren. Humor ist auch ein Element im Schaffen von Tomasz Kręcicki, der wirklich alles malt, was sich vor seinem Auge einfindet.

Die humoristische Betrachtung ihrer Bildthemen scheint bei beiden Künstlern eine Flucht vor dem Pietismus und der häufig verspotteten Ernsthaftigkeit zu sein.

 

Tomasz Kręcicki, Absolvent der Akademie der bildenden Künste in Krakau, ist ein, in der polnischen Kunstszene geschätzter Künstler, der von der Künstlergemeinschaft und den Kulturinstitutionen in Polen mehrfach ausgezeichnet wurde.

Sebastian Tröger ist ein Nürnberger Maler und Performer, der auf der deutschen Bühne mehrfach geschätzt und ausgezeichnet wurde. Er studierte  an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, zuletzt in der Klasse Jürgen Teller, sowie an der Hochschule für Gestaltung und der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Er ist Meisterschüler von Prof. Michael Munding.

 

 

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