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28.04
FR

20.00 Uhr
Cinecitta

Drama, Polen 2004

  Pręgi / Striemen
Regie Magdalena Piekorz  

 

Produktion Studio Filmowe „TOR”  

Schlesien, Mitte der Achtziger Jahre. Der zwölfjährige Wojciech lebt mit seinem Vater zusammen, einem Menschen mit sehr strengen Grundsätzen, der seinen Sohn zu einem starken Mann erziehen möchte. Der ständigen Züchtigung ausgesetzt, selbst von der Schule und der Kirche im Stich gelassen, schottet sich der Junge – eine unvergessliche Leistung des jungen Schauspielers! – immer mehr von der Außenwelt ab, bis er von zu Hause für immer flieht. Wir begegnen ihm wieder, als er bereits dreißig ist und entdecken die Striemen auf seiner Seele, die seine Kindheit hinterlassen hat. Wie beziehungsfähig ist ein Mensch, der ohne Liebe aufwachsen musste? Am erschreckendsten sind die Momente, die den Sohn seinem gehassten Vater plötzlich sehr ähnlich erscheinen lassen… Der Film löste in Polen eine Disskusion über Gewalt in der Familie aus.

Ich kann mich an keinen anderen Film erinnern, bei dem die Aufteilung in zwei Teile so perfekt gelungen ist: die beiden Teile - der erste, der die furchtbare Kindheit des Jungen zeigt, und der zweite, der schildert, wie der erwachsene Held seinem Vater immer ähnlicher wird – erinnern an zwei Seiten eines Buches, die so dicht aufeinander liegen, dass die untere Seite hindurchscheint." (Ed Gonzales, "Slant Magazine")

Gerettet durch eine Frau (Agnieszka Grochowska) tritt der Held von "Pregi / Striemen" aus seiner Höhle heraus wie Lazarus aus dem Grab. Ich kann mich nicht erinnern, dass es im polnischen Kino je eine Liebeserklärung gab, die so rein und mutig war wie diese, ohne Kitsch und ohne Aufgesetztheit. Es hat viel Mut erfordert, das Innere der polnischen Komplexe mit einer Höhlenlampe auszuleuchten und zu entwirren. Dies ist keine weitere Love Story, sondern eine Geschichte über das Leben und über die Liebe. Über die Möglichkeit einen anderen Menschen so zu lieben wie sich selbst." (Tadeusz Sobolewski, "Gazeta Wyborcza")

Preise:

  • der Grosse Preis - die Goldenen Löwen - für den besten Film sowie die Preise für die beste Kameraführung, die besten Kostüme und den besten Ton auf dem POLNISCHEN SPIELFILMFESTIVAL in Gdynia, 2004
  • der Hauptpreis des POLNISCHEN FILMKUNSTFESTIVALS "PROWINCJONALIA" in Wrzesnia, 2005
  • der Adler (Polnischer Filmpreis) für die beste männliche Nebenrolle (Jan Frycz)
Dauer 91 Min.
Drehbuch Wojciech Kuczok
Musik

Adrian Konarski

Kamera

Marcin Koszałka

Darsteller:
Michał Żebrowski,
Agnieszka Grochowska,
Jan Frycz  

 
     
     
     
 

Magdalena Piekorz - geboren am 02.10.1974 in Sosnowiec - Filmregisseurin. Wie sie selbst sagt, träumte sie schon in ihrer Kindheit davon, Filme zu machen. Regiestudium an der Schlesischen Universität in Katowice, Abteilung für Rundfunk und Fernsehen. 1997 machte sie ihren ersten Film „Die Mädchen aus Szymanów”, für welchen sie beim XXXIX Festival der Dokumentar- und Kurzfilme in Krakau den „Bronzenen Lajkonik” erhielt. Sie gilt als eine der interessantesten Dokumentarfilmautorinnen der jungen Generation.

Filmographie: (Dokumentarfilme) 1997: „Die Mädchen aus Szymanow”; 1998: „Spontan der Franziskaner”; 1999 „Die Ankömmlinge”; 2001: „Das Labyrinth”; 2001: „Finden, ansehen und beerdigen”; 2002: „Chicago”. „Die Striemen” ist ihr Spielfilmdebüt. Von der polnischen Kinematographie wurde er für den Wettbewerb um die Oskarnominierung der Amerikanischen Filmakademie in der Kategorie „Der beste nicht englischsprachige Film” angemeldet.