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Dienstag, 7. Mai 2013, 19.30 Uhr
Neues Museum,
Klarissenplatz, D-90402 Nürnberg

Kurzfilme von Wilhelm Sasnal
Einführung: Dr. Thomas Heyden, Kurator
Wilhelm Sasnal (geb. 1972) zählt zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen polnischen Kunst. Er hatte Ausstellungen in zahlreichen internationalen Ausstellungshäusern, auch das Neue Museum konnte aufgrund von Leihgaben aus der Sammlung Martin und des Künstlers selbst im Jahr 2009 eine Präsentation seiner Werke zeigen. Sasnals Malerei überwindet den Gegensatz von Realismus und Abstraktion; sie findet ihre Themen gleichermaßen in Geschichte und Gegenwart, in der Pop-Kultur und dem privaten Umfeld des Künstlers.

Obgleich Sasnal vor allem als Maler bekannt ist, nimmt der Film innerhalb seines Werkes eine wichtige Rolle ein. Er selbst zieht ‘Bildermacher’ einer Bezeichnung als Maler oder Filmemacher vor. Viele seiner Gemälde besitzen kinematographische Eigenschaften, die den Blickwinkel einer Kamera nahelegen, während die Filme malerische Qualitäten aufweisen. Wilhelm Sasnal hat sein Interesse an der Malerei immer wieder auch auf die Liebe zur Musik zurückgeführt, die in seinen Filmen stets eine große Rolle spielt und der abstrakten Gefühlssprache Erzählstruktur verleiht.

Der erste Kinofilm Sasnals und seiner Ehefrau Anka “It looks pretty from a distance” (2011) wird am 30. April 2013 im Cinecitta gezeigt. Die Künstler sind am 30.4. anwesend und stehen für das Publikumsgespräch nach der Filmvorführung zur Verfügung.

Das Neue Museum zeigt im Rahmen der Polnischen Filmwoche 2013 eine Auswahl Kurzfilme von Wilhelm Sasnal, die der Künstler selbst getroffen hat:

Europa, 16 mm, 2:56 min, 2007

Ein Film, in dem die Sprache und der Ton eine übergeordnete Rolle über das Bild spielen.

Untitled (Elvis), 16 mm, 6:56 min, 2007

Die 16mm-Projektion basiert auf Konzertmitschnitten aus den späten 70er Jahren. Zwar schmückt sich der „King of Rock ’n’ Roll“ noch mit allen Utensilien seines Ruhms, doch Stimme und Haltung sind fahrig und lassen den finalen Zusammenbruch erahnen. Wilhelm Sasnal verwandelt die Motive rund um den fallenden Star und die reliquienhaften Ansichten von Graceland in Bilder, welche die Brüchigkeit des Lebens wiedergeben.

(TEXT: HAUSER & WIRTH ZÜRICH)

Let me tell you a film, 16 mm, 10:11 min, 2007

Inspiriert von einem polnischen Spielfilm aus den 60. Jahren - isolierte Szenen wurden mehrmals verändert und bilden eine neue Einheit. Die ursprüngliche Themen des Filmes wurden dadurch neu interpretiert.

The Other Church, 16 mm, 8:00 min,  2008

Der Film basiert auf dem Liedtext der polnischer Musikgruppe "19 Wiosen" (dt. Untertitel)

Kacper, 16 mm, 12:06 min, 2010

Im Film Kacper, nach Sasnals Sohn und Protagonisten der Geschichte benannt, sieht man Nahaufnahmen des Skizzenbuchs des Künstlers, vom Kind geblättert und kommentiert. In der zweiten Hälfte wird der Fokus auf den Jungen in verschiedensten Situationen während Reisen in fremden Ländern gerichtet. Der Soundtrack ‘Home away from Home’ unterstreicht dabei den Übergangszustand des Reisenden.

(TEXT: Johnen Galerie, Berlin)

Brazil,  Super 8mm transferred to DV, 18:54 min, 2005

Der Film verknüpft fragmentarisch modernistische Architektur, soziale Kontrollmechanismen und südamerikanische Strandszenen zu einem Bild brasilianischer Moderne.