Regie: Wojtek Smarzowski · Polen, 2009
Produktion : Film it Sp. z o.o
Dauer: 106’
Drehbuch: Wojtek Smarzowski,
Łukasz Kośmicki
Musik: Mikołaj Trzaska
Kamera : Krzysztof Ptak
Darsteller: Arkadiusz Jakubik
Gast des Abends
Kinga Preis, Katarzyna Cynke, Marian Dziędziel, Bartłomiej Topa, Robert Więckiewicz u.a.
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Der Film besteht aus zwei sich überlappenden Kriminalgeschichten. In der Gegenwart besichtigt eine Ermittlungsgruppe der polnischen Miliz, geleitet von einem misstrauischen Oberleutnant, einen Tatort auf einem heruntergekommenen Bauernhof irgendwo im Niemandsland der Beskiden. Man soll einem ehemaligen Zootechniker, der vor vier Jahren angeblich mit besonderer Brutalität die Wirte ermordet hat, seine Schuld nachweisen. Es herrscht klirrende Kälte, in der nicht einmal der Staatsanwalt ohne Wodka klar denken kann. Die Sache scheint so offensichtlich zu sein, dass kaum jemand Wert auf die Version des Beschuldigten legt, die in düsteren retrospektiven Bildern dargestellt wird. Wir sehen einen Alptraum, der sich zum Grauenvollen entwickelt und weiter zu einem noch größeren Alptraum um in der finalen Szene eine Dimension des Absurdums zu erreichen, welches das polnische Kino bisher noch nie gezeigt hat.
Der sich aufzwingende Vergleich mit dem Film „Fargo“ von den Gebrüdern Coen gibt treffend die Absicht des Regisseurs wieder.
Aus den versoffenen, surrealistisch-naturalistischen Situationen, meisterhaft gespielt durch das gesamte Schauspielensemble, taucht das Bild der sozialistischen, polnischen Paranoia auf. Ein ausgezeichnetes Mittel gegen die Sozialismus-Nostalgie.
„Ich erwarte von einem Film eine intellektuelle und emotionale Provokation. Bis vor kurzem dachte ich, es reiche entweder das eine oder das andere. Nun weiß ich, man muss es parallel angehen“, sagt Wojciech Smarzowski, der bereits in seinem vorherigen Film „Wesele“ („Hochzeit“) diese Regel angewendet hat. |