navi3x1.gif
   

 

2.04
2011

Sa

20.00 Uhr


E-Werk

Erlangen

Mauerhase (39 Min.) D/PL 2010, DmenglUT. Regie: Bartosz Konopka
Eine tierisch raffinierte Metapher über den Potsdamer Platz! Eine deutsch-polnische Dokumentation über das Leben der Wildkaninchen im Todesstreifen während der deutsch-deutschen Teilung. Der Dokumentarfilm war 2010 für den Oscar in der Kategorie bester Kurzdokumentarfilm nominiert. Auf einem 120 Kilometer langen Grenzstreifen, der Berliner Mauer, entstand über die Jahrzehnte des Kalten Krieges und eher zufällig eine Art überdimensionaler Kaninchenbau.
Was also über 28 Jahre für Menschen die Todeszone war, bot den Wildkaninchen Schutz und Nahrung und machte es zu dem sichersten Platz, den sie wohl je hatten. Umgeben von saftigem Gras und ohne natürliche Feinde waren die Kaninchen zwar eingeschlossen, aber dennoch glücklich.
 
89 mm nach Europa (12 Min) PL 1993, OmdU, Regie: Marcel Lozinski
Die 89 Millimeter im Titel sind der Unterschied zwischen der Spurweite der Eisenbahn in Europa und in der ehemaligen Sowjetunion. In der Grenzstation Brest (Weißrussland) wechseln die Arbeiter, bei Einfahrt eines jeden Zuges in ihr Land, das Fahrgestell aus. Łoziński beobachtet eben diese rituelle Handlung und konzentriert sich dabei auf schwer erfassbare gegenseitige Beziehungen zwischen den Eisenbahnern und den europäischen Fahrgästen. Der Film ist einerseits die zwölfminütige Beschreibung eines scheinbar unbedeutenden Ereignisses. Doch er zeigt auch Grenzen auf, die Zivilisationsgrenze zwischen Ost und West, zwischen Arm und Reich, zwischen denen, die bereits etwas erreicht haben, und denen, die immer noch erfolglos danach streben. (Großer Preis der Festivals von Oberhausen, Montreal, Leipzig und Clermont-Ferrand, Oscar-Nominierung in der Kategorie "Kurzfilm").

 
Alles kann passieren (39 Min) Marcel Lozinski 1995, OmdU
Warschau, ein Park im Frühling: Der 6-jährige Thomas fährt mit seinem Roller umher und kommt mit alten Leuten ins Gespräch. Ohne Vorbehalte beginnt der kleine Junge Fragen über Gott und die Welt zu stellen. Naivität und Erfahrung treffen sich auf einzigartige Weise. Mit diesem Film gelingt es Marcel Lozinski auf überraschend simple Weise, die grundlegenden Lebensfragen zu erörtern. Warum leben wir? Wie alt kann man werden? Sind Mann und Frau fürs Zusammenleben gemacht? Der kleine Thomas bezaubert durch seinen unschuldigen Charme und entlockt den älteren Herrschaften Weisheiten, die sie in dieser Form keinem Dokumentarfilmer anvertraut hätten.
  Der in Frankreich geborene Marcel Loziński ist eines der „Aushängeschilder“ des polnischen Films, er kann auf eine international erfolgreiche Karriere als Dokumentarfilmer zurückblicken: Für 89 mm from Europe (1994) bekam er eine Oscarnominierung und für Damit es nicht weh tut (1998) wurde er mit der Goldenen Taube in Leipzig ausgezeichnet.